Jaaaa, endlich scheint die Sonne. Juhu. Pünktlich zum ersten Mai hat sie sich blicken lassen.
Meine Eltern sind ja einen Tag vor dem ersten Mai angekommen und da hat es noch geregnet. Trotzdem haben wir uns von dem Wetter die Stimmung nicht verderben lassen und Bologna zu Fuß erkundet. Wir sind sogar den 97 Meter hohen Turm von Bologna hochgelaufen. Ich weiß gar nicht wieviele Stufen das waren. Aber nach der Hälfte, hatten wir schon alle keine Puste mehr. Dafür gab es hinterher zur Belohnung ein Eis von Gianni.
Am ersten Mai sind wir dann alle zusammen mit dem Zug nach Venedig gefahren. Die Gleisen führen direkt über das Meer. Wenn man kurz vor der Einfahrt in den Hauptbahnhof von Venedig aus dem Fenster schaut, kann man auf beiden Seiten Wasser sehen. Und wenn man aus dem Hauptbahnhof kommt, steht man auch schon direkt vor dem Canale Grande auf dem schon die Gondoliere und Fährschiffe warten. Leider kostet eine Fahrt mit der Gondel 80 Euro. Deshalb haben wir Venedig zu Fuß erkundet. Es war ein wunderschön, sonniger Tag. Leider haben das auch ganz viele andere Leute gemerkt und Venedig war wirklich extrem voll. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass die Italiener auch den ersten Mai feiern und Ausflüge in andere Städte machen... Die Besucherströme haben sich durch die Gassen geschlängelt und auf der Rialtobrücke konnte man nicht mal zur Aussichtsplattform an der Seite gehe, weil es einfach zu voll war. Trotzdem hatten wir einen wunderschönen Tag und haben viele Fotos gemacht (die werde ich in den nächsten Tagen hochladen).
Am Tag darauf sind wir nach Florenz gefahren. Auch mit dem Zug. Die Zugfahrt war ein Erlebnis für sich. Die Strecke bestand zur Hälfte nur aus Tunneln. Und in dem längsten Tunnel hat es auf einmal fürchterlich angefangen zu stinken und Rauch ist in unser Abteil gestiegen. Erst sind alle ganz ruhig geblieben. In italienischen Zügen stinkt es nämlich öfter mal nach verbranntem Gummi. (Iiiihhh gitt!) Aber nach einer Weile (wir waren immernoch im Tunnel), sind die ersten Leute aufgestanden und haben das Abteil verlassen. Wir sind erst mal sitzen geblieben und haben das Ende des Tunnels abgewartet. Wir haben dann die Fenster zum Lüften aufgemacht. Bei der Einfahrt in den nächsten Bahnhof ist der Schaffner ausstiegen, hat den Zug begutachtet, nichts festgestellt, kurz den Kopf geschüttelt und weiter gings... Was jetzt wirklich los war, weiß ich nicht. Der Gestank war auf jeden Fall ein bisschen verflogen.
Firenze (Florenz auf italienisch!) war leider auch seeeeehr überfüllt mit Menschen. Vorm Dom und auch vor den Uffizien war eine riesige Schlange. Auf einem digitalen Anzeigeschild stand: "Wartezeit 1 h 45 min". Also ist aus meinem Besuch der Uffizien schon wieder nichts geworden. Schade. Aber ich will da noch hin!!
Weil die Stadt so voll war, haben wir auch nicht sonderlich viel gemacht: Die Hauptattraktionen waren der Dom und die Aussichtsplattform von der man die ganze Stadt sehen kann. (Die Fotos kennt ihr ja schon. Ich war ja schon mal da!)
Abends haben wir uns dann eine Pizza in Bologna geholt und mit Bier und Pizzakarton auf dem Schoß auf einem der vielen Plätze von Bologna gegessen. Mmmhh.
Ich glaube, das Essen hat meiner Familie am besten hier gefallen. Hihi.
Danach sind wir noch zum Aperitivo ins Transilvania gegangen. Eine Bar mit Särgen an den Wänden und Fledermausstühlen. Unten im Keller haben hat eine Metal-Band für ihren Auftritt geprobt. Was meinem Papa natürlich sehr gefallen hat. Leider wollte keiner mit ihm auf das Konzert gehen. ; )
Am letzten Tag in Bologna (Sonntag) haben wir das Museum der Uni besucht. Das ist umsonst und wirklich sehenswert. Ich bin schon so lange hier und hab immernoch nicht alles gesehen. Aber in das Museum werde ich auf jeden Fall nochmal gehen.
Dies Fahrt zum Flughafen war auch mal wieder eine Geschichte für sich. Mein Internet hat nicht funktioniert und so konnte ich keine Busverbindung zum Flughafen raussuchen. Aber ich dachte mir, den Weg bin ich ja schon oft gefahren, gehen wir einfach mal raus und gucken wann ein Bus kommt. Aber leider kam kein Bus. Manche Busse fahren sonntags nämlich nicht. Oh man. Also mussten wir laufen. Und als wir am Ende der Straße angekommen waren (nach einem sehr lange Weg und genervten Eltern), stand ich vor der Entscheidung 5-Euro-Airportshuttle oder Ein-Euro-Normal-Bus. Die Schwierigkeit war, ich wusste nicht ob der normale Bus fuhr und von der Haltestelle des normalen Busses, muss man nochmal zum Flughafen laufen. Und der Flughafen-Shuttle hätte für uns alle zusammen 25 Euro gekostet.
Aaaaber, dann kam der Retter in der Not. Genau am Ende der Straße, an der Kreuzung, wo ich mich entscheiden musste, welchen Weg ich gehe, war eine Ampel. Und an dieser Ampel stand ein Taxi für 5 Personen!! Das ist selten. Die meisten haben nur vier freie Plätze. Also bin ich über die Straße zum Taxi gerannt und hab den Fahrer ganz aufgeregt gefragt, ob er uns an den Flughafen fährt. Hat er! Für 12 Euro. Und zwar bis direkt vor die Abflugkontrolle. Yeah.
Manchmal glaube ich, ich habe einen sehr guten Schutzengel. <3
Als meine Eltern und meine Schwestern, dann hinter der Gepäckkontrolle verschwunden waren, war ich schon sehr traurig. Es war eine wunderschöne Zeit mit euch in Bologna! Ich hab euch lieb.
Die nächsten Tage in Bologna habe ich dann das schöne Wetter genossen. Ich war mit Ranjana im Giardini Margherita zum Sonnen, hab mal wieder Aperitivo gemacht (oh man, das wird mir in Deutschland fehlen) und ich war in der Oper!!
Rigoletto von Verdi.
Schaut euch mal dieses Video an: http://www.youtube.com/watch?v=xCFEk6Y8TmM
Ich wusste gar nicht, dass das Lied aus der Pizza-Werbung von einer Oper von Verdi stammt. ; )
Die Oper in Bologna ist auf jeden Fall wunderschön. Ein riesiges Gebäude mit einzelnen Logen, viel Gold und einem riesigen Kronleuchter.
Allerdings hatten wir die allerbilligsten Karten für 5 Euro und mussten stehen, um überhaupt etwas zu sehen...
Die Vorstellung war nämlich restlos ausverkauft und nur noch die allerobsten Ränge waren frei. Diese letzten Karten werden in Bologna in einer Art und Weise vergeben, die mich an die Anmeldung für Seminare bei Buchwissenschaft an der Uni Mainz erinnert!! Morgens um 6 Uhr wird eine Liste am Seiteneingang der Oper aufgehängt und dann kann sich jeder mit seinem Stift und seinem Namen eintragen. Um 8. 30 Uhr war Johanna schon die 52. die sich auf der Liste eingetragen hat. Ganz oben in der Ecke stand noch: "Es existiert eine Kopie dieser Liste!" Als wir dann abends um 18 Uhr wieder bei dem Seiteneingang und der Liste ankamen, hatte sich dort schon ganz viele Menschen versammelt. Um Punkt 18.15 Uhr schnappte sich ein italienischer Asiate mit zwei Brillen übereinander (das sah echt bescheuert aus) die Liste und las der Reihe nach alle Namen vor. Wir mussten uns dann in Zweier-Reihen vor dem Seiteneingang aufstellen. Zum Glück hatte Johanna vier Namen auf die Liste geschrieben, so konnten wir uns zu viert anstellen und jeder konnte zwei Karten kaufen. Mit Platz 52 auf der Liste haben wir wirklich die letzten Karten bekommen. Nach mir waren noch 9 Plätze frei. Die Armen, die müssen dann wirklich gar nichts gesehen haben.
Komisches System.
Nach der Oper waren wir dann noch mit unserem schicken Opern-Dress auf der Party im Giardini Margherita. Da gibt es einen Teich und auf diesem Teich war die Disco. Ein so einer Art Bootshaus. Als Ersmus-Studenten konnten wir einfach an der Schlange vorbei gehen und mussten gar keinen Eintritt bezahlen. Ich will gar nicht wissen, was die Italiener bezahlen mussten.
Am Dienstag war übrigens auch mein letzer Tag Uni. Ich finde es sehr schade, dass die Vorlesung vorbei ist. Der Prof war echt cool.
Aber ab nächster Woche fange ich ja meinen zusätzlichen Sprachkurs an. Dann muss ich jeden Tag wieder früh aufstehen. Das kann ich gar nicht mehr...
Gestern Abend war ich im Uni-Kino. Die Uni Bologna organisiert für die ausländischen Studenten jede Woche einen Kino-Abend, bei dem italienische Filme gezeigt werden, die einen Oscar gewonnen haben. Gestern kam "L'ultimo imperatore" (Der Letzte Kaiser). Ein sehr schöner Film über den letzten chinesischen Kaiser.
Heute gehe ich noch zum Aperitivo unter freiem Himmel. Das Motto ist: Germania. Ich bin mal gespannt, was es da für deutsches Essen gibt.
Morgen fahre ich über das Wochenende für drei Tage nach Rom. Juhu. Ich freu mich so, dass es endlich geklappt hat.
Ich melde mich, wenn ich aus Rom zurück bin mit ganz vielen Fotos bei euch.
Alles liebe und bis bald (in drei Wochen bin ich in Deutschland)
PS: Noch eine Frage zum Schluss. Wieso sind in Deutschland manche Flüsse weiblich und manche männlich? Und wie kann man das unterscheiden? Z. B. der Rhein aber die Mosel....
Wer die Antwort weiß, melde sich bitte bei mir!
Das hat mich nämlich meine ungarische Mitbewohnerin gefragt. Ihre Mutter ist Deutschlehrerin und sie versteht diese Sache einfach nicht.